Auf dem Gelände der ehemaligen Dachpappen- und Isolierstoffwerke in Coswig (Sachsen) kam es im Zuge des Betriebes des VEB Dachpappenwerkes zu großflächigen Einträgen teerölhaltiger Stoffe (PAK, MKW, BTEX) in Boden und Grundwasser bis in ca. 27 m Tiefe. Nach Abschluss der Bodensanierung in drei Sanierungszonen (2012–2014) führte die Arcadis Germany GmbH im Auftrag des Landratsamtes Meißen regelmäßige Nachsorge-Monitoringkampagnen zur Kontrolle des Sanierungserfolges und Überwachung der Schadstofffahnenentwicklung durch.
Erbrachte Leistungen:
- Stichtagsmessung an 29 Grundwassermessstellen (GWM) in drei Grundwasserleiterbereichen (oben/mitte/unten, bis 27 m u. GOK); Erstellung von GWL-bereichsbezogenen Hydroisohypsenplänen
- Repräsentative Grundwasserprobenahme aus 22 GWM gemäß DWA-A 909 und DVGW W 112; Reinigung des Abpumpwassers über Aktivkohle und Einleitung in die Kanalisation
- Analytik auf BTEX, PAK (EPA) inkl. Methylnaphthalin, MKW, Phenolindex sowie NA-Parameter (Eisen, Mangan, Sulfat, Nitrat, Nitrit, Hydrogenkarbonat, ortho-Phosphat)
- 13C/12C-Kohlenstoffisotopenuntersuchungen für Benzol/Ethylbenzol und Naphthalin/1-Methylnaphthalin an 4 ausgewählten GWM; Berechnung von Abbauratenkonstanten, Halbwertszeiten und Halbwertsstrecken
- Frachtbetrachtung für den nahen Abstrom der Sanierungszone 1 (P 1/03 m/u) für BTEX, PAK, MKW und Naphthalin; Trendbetrachtung seit 2012
- Pegelregenerierung (Airlift) an GWM P 1/03 o und P 1/11 m; Umbau GWM P 1/93 von Überflur- zu Unterflurmessstelle
- Vermessung ausgewählter Messstellen durch Kreisvermessungsamt Landkreis Meißen
- Erstellung Ergebnisbericht mit Bewertung der Kontaminationssituation und -entwicklung sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen inkl. Vorschlag für Errichtung von 5–7 neuen GWM zur Fahnenabgrenzung
Wesentliche Herausforderungen:
- Trotz erfolgreicher Bodensanierung (2012–2014) anhaltend hohe Schadstoffkonzentrationen im unteren GWL-Bereich durch Restbelastungen unterhalb 17 m u. GOK — D-Wert-Überschreitungen für Benzol (bis 412-fach), BTEX (bis 340-fach), PAK und Naphthaline (bis 617-fach) im nahen Abstrom
- Komplexe drei-dimensionale Schadstoffverteilung in drei GWL-Bereichen mit vertikaler Strömungskomponente; Fahnenausdehnung über 550 m über den Standort hinaus
- Isotopenuntersuchungen lieferten nur für Methylnaphthaline (P 4/11 u) und Toluol (P 5/11 u) eindeutigen Abbaunachweis — Bewertung natürlicher Abbauprozesse methodisch aufwändig und eingeschränkt
- Eingeschränkte Beprobbarkeit einzelner GWM (P 1/03 o: geringer Nachlauf, trocken) und Zusetzen von Pegelrohren — Pegelregenerierung und Messstellenumbau als Zusatzleistungen erforderlich